Pt100 - Sensoren und andere Temperaturmessgeräte

-Temperaturmessung mit Pt100 -Widerstandsthermometern-

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Dies ist eine private Informationsseite über die elektrische Temperturmessung mit Widerstandthermometern (z.B. Pt100, Pt500, Pt1000) Es werden meine langjährigen Erfahrungen aus dem Bereich der Mess-und Regeltechnik festgehalten. Ich übernehme keinerlei Haftung für fehlerhafte Angaben und würde mich über weitere Anregungen und Ergänzungswünsche freuen.
Bitte besuchen Sie auch meine Informationsseite über Schwebekörper Durchflussmesser: https://www.schwebekörper.de

Dipl.-Ing. Harald Peters

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Temperaturmessung

Die Temperatur ist eine physikalische Größe, die die durchschnittliche kinetische Energie der Teilchen in einem System misst.
Im allgemeinen Sprachgebrauch, wie warm oder kalt ein Stoff oder ein Ort ist.
Sie ist eine der sieben Basiseinheiten des SI-Systems.
Ein Anstieg der Temperatur bedeutet, dass die Teilchen sich in einem System schneller und chaotischer bewegen, während eine Abnahme der Temperatur bedeutet, dass sich die Teilchen langsamer und geordneter bewegen.
Um vergleichbare und reproduzierbare Werte für die Temperatur zu erhalten, wurde im internationalen SI-Einheitensystem die Einheit „Kelvin (K)“ festgelegt. Diese wird aber meist nur in der Wissenschaft oder in Rechenformeln verwendet. In der Praxis werden die historisch entstandenen Einheiten „Grad“ verwendet, die auf bestimmten Fixpunkten von Stoffen festgelegt wurden (z.B. bei „Grad Celsius“: Schmelzpunkt/Siedepunkt Wasser).

Die Temperatur ist einer der wichtigsten Messgrößen unseres täglichen Lebens und eine der häufigsten gemessenen physikalischen Größen.
Nachfolgend einige Beispiele:
Der Mensch hat die Fähigkeit verschiedene Temperaturen auf Grund seiner Erfahrungen grob zu bestimmen. Zum Beispiel: Körpertemperatur/Fieber, Eiswasser/kochendes Wasser, Farbe einer Flamme usw.
In den meisten Fällen ist jedoch eine exakte Bestimmung der Temperatur notwendig. Diese erfolgt durch verschiedenste Messgeräte, die im allgemeinen Sprachgebrauch auch Thermometer genannt werden.

Elektronische Temperaturmessgeräte

Mechanische Temperatur-Messgeräte (Thermometer)

Berührungslose Temperaturmessgeräte / Strahlungspyrometer /Infrarotthermometer

Bild Prinzip Infrarotthermometer

Ein Strahlungspyrometer / Infrarotthermometer ist ein Messgerät, das die Temperatur eines Objekts ermittelt, ohne es zu berühren. Diese berührungslose Messmethode ist besonders nützlich, wenn Oberflächen schwer zugänglich (Maschinen, Elektronik), sehr heiß (Hochofen), beweglich oder hygienisch sensibel (Lebensmittel, Medizin) sind.

Es basiert auf dem physikalischen Prinzip, dass alle Körper mit einer Temperatur oberhalb des absoluten Nullpunkts (–273,15 °C) elektromagnetische Strahlung aussenden. Ein großer Teil dieser Strahlung liegt im Infrarotbereich, der für das menschliche Auge unsichtbar ist. Die Intensität und Wellenlänge dieser Strahlung hängen eng mit der Temperatur der Oberfläche zusammen. Je wärmer ein Objekt ist, desto stärker und kurzwelliger ist seine ausgesandte Infrarotstrahlung.
Ein Infrarotthermometer macht sich genau diese Eigenschaft zunutze: Es „fängt“ die Strahlung ein und berechnet daraus die Temperatur.
Dazu befindet sich im Inneren eines Infrarotthermometers ein optisches System, häufig bestehend aus einer Linse, die die eintreffende Wärmestrahlung bündelt. Diese gebündelte Strahlung trifft auf einen Detektor, meist einen Thermopile-Sensor, der die Wärmestrahlung direkt in elektrische Spannung umwandelt und durch eine nachgeschaltete Elektronik ausgewertet wird. Je mehr Strahlung eintrifft, desto höher die Spannung – und je höher die Spannung, desto höher die gemessene Temperatur.
Die Elektronik im Infrarotthermometer übernimmt eine komplexe Signalverarbeitung, bei der mehrere Parameter berücksichtigt werden.
So zum Beispiel:
  • Emissionsgrad (Emissivität) des Materials
    Ein entscheidender Faktor für eine präzise Messung ist der sogenannte Emissionsgrad. Dieser beschreibt, wie gut eine Oberfläche eine Infrarotstrahlung abgibt. Der Wert liegt immer zwischen 0 und 1:
    • 1,0 = perfekter Schwarzkörper (maximale Strahlungsabgabe)
    • 0,0 = keine Strahlungsabgabe (theoretisch, praktisch nicht vorkommend)
    Blankes Metall – also z. B. polierter Edelstahl, Aluminium, Kupfer oder Chrom – besitzt eine sehr glatte, spiegelnde Oberfläche. Diese reflektiert den Großteil der eingestrahlten IR-Energie, statt sie selbst abzugeben. Dadurch ist die eigene Infrarotabstrahlung minimal und damit ist der messbare Emissionsgrad sehr niedrig (z.B.: poliertes Aluminium: 0,04–0,10, polierter Stahl: 0,07–0,15 oder poliertes Kupfer: 0,02–0,06).
    Infrarotthermometer können blanke Metalle schlecht direkt messen, weil das Gerät statt der Eigenstrahlung häufig die Spiegelung der Umgebung misst. Für blanke Metalle benötigt man deshalb eine Oberflächenvorbereitung (z. B. Klebeband, Farbe, Ruß), oder spezielle Metall-Pyrometer.
    Matte, nicht reflektierende, organische Materialien sind nahezu ideale IR-Strahler (z.B.: Haut: 0,97–0,98, Kunststoff: 0,93–0,98, Matte Wandfarbe: ~0,95, Holz: 0,90–0,97) Viele Infrarotthermometer verfügen über eine einstellbare Emissivität. Dadurch kann der Nutzer das Gerät an das zu messende Material anpassen, um präzise Ergebnisse zu erhalten.
    Bei Geräten mit festem Emissionswert ist die Genauigkeit bei bestimmten Materialien geringer, jedoch bleibt die Bedienung besonders einfach.
  • Umgebungstemperatur (für die interne Temperaturkompensation)
  • Spektrale Empfindlichkeit des Sensors
  • Optische Eigenschaften der Messoptik
  • Umgebungstemperatur (für die interne Temperaturkompensation)
  • Kalibrierkurven des Geräts

Infrarotthermometer werden als kompakte Handgeräte mit integrierter Auswerteelektronik und Anzeige oder für den stationären Einbau mit getrenntem Sensor und Auswerteelektronik produziert.

Messfleck und Distanzverhältnis

Bei Infrarotthermometern spielt das Verhältnis von Messentfernung zu Messfleckgröße (engl. Distance-to-Spot-Ratio) eine wesentliche Rolle. Es beschreibt, wie groß der Bereich ist, aus dem das Thermometer die Strahlung aufnimmt. Ein Verhältnis von 12:1 bedeutet beispielsweise, dass das Gerät aus 12 cm Entfernung einen Messfleck von 1 cm Durchmesser erfasst.
Je größer das Verhältnis, desto genauer lässt sich aus größerer Entfernung messen. Für präzise Ergebnisse sollte stets darauf geachtet werden, dass der Messfleck vollständig auf dem Zielobjekt liegt.

Vorteile von Infrarotthermometern
  • Berührungslos
    ideal für heiße, gefährliche oder bewegliche Objekte
  • Schnelle Messung
    Ergebnisse in Bruchteilen einer Sekunde (deshalb ideal für Lebensmittelanwendungen)
  • Hygienisch
    keine Kontamination, besonders relevant im Lebensmittel- oder Gesundheitsbereich
  • Vielseitig
    funktioniert bei Maschinen, Flüssigkeiten, Wänden oder elektrischen Komponenten

Chemische Temperaturmessung (Thermofarben, Temperaturmessstreifen)

Bild Prinzip Thermostreifen

Thermofarben sind spezielle Farbpigmente, die ihre Farbe in Abhängigkeit von der Temperatur verändern.
Sie eignen sich ideal für Produkte, bei denen Temperaturverläufe sichtbar gemacht werden sollen – etwa in der Industrie, im Labor oder im Alltag.
Man unterscheidet 2 Arten von Thermofarben:
  • Reversible Thermofarben
    Diese wechseln ihre Farbe bei der definierten Temperatur und nehmen bei Rückkehr zur Ursprungstemperatur wieder die ursprüngliche Farbe an.
    Reversible Thermofarben enthalten mikrokapselierte Farbstoffsysteme, die auf Temperaturänderungen reagieren. In den Kapseln arbeiten meist Leuco-Farbstoff, Entwickler und Lösungsmittel zusammen. Wird eine bestimmte Temperatur erreicht, verändert sich die chemische Struktur des Farbstoffs – die Farbe verschwindet oder erscheint.
    Kühlen sie wieder ab, nimmt der Farbstoff seine ursprüngliche Struktur und damit seine Ausgangsfarbe wieder an.
  • Irreversible Thermofarben
    Diese verfärben sich dauerhaft und zeigen zuverlässig kritische Temperaturüberschreitungen an.
    Irreversible Thermofarben basieren auf Pigmenten oder chemischen Reaktionen, die sich durch Hitze dauerhaft verändern. Überschreitet die Temperatur einen definierten Schwellenwert, wandeln sich die Farbstoffmoleküle so um, dass sich die Farbe permanent ändert. Diese Reaktion lässt sich nicht rückgängig machen, wodurch Temperaturspitzen zuverlässig sichtbar bleiben.


Thermofarben werden entweder direkt auf den zu messenden Gegenstand aufgetragen oder als Thermostreifen aufgeklebt. Thermostreifen bestehen aus einer dünnen Folie, auf der eine oder mehrere temperaturempfindliche Farbfelder aufgebracht sind.
Sind mehrere verschiedene Thermofarben aufgebracht, kann auch ein größerer Temperaturbereich überwacht werden.
Je nach Modell reagieren die Felder reversibel oder irreversibel.